Ladinia | Eine neolateinische Sprache
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Ladinia

Das Wort "ladin" hat seinen Ursprung in LATINUS (Lateinisch).
Das Ladinische ist eine romanische oder neolateinische Sprache. Nach der Eroberung der alpinen Regionen durch das Römische Reiche im Jahr 15 v. Chr. Übernahm die einheimische Bevölkerung das Volkslatein der Beamten und Soldaten, ohne jedoch gänzlich auf die eigene Sprache zu verzichten. Bei jedem unterworfenen Volk entwickelte sich die Sprache des Römerreichs je nach dem vorherrschendem Idiom unterschiedlich. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches (476 n. Chr.) wurden in den latinisierten Alpenregionen sprachliche Einflüsse wirksam, und zwar: von Norden germanische Mundarten, von Süden norditalienische Mundarten, von Osten slawische Mundarten. Das gegenwärtige Sprachgebiet ist ein Archipel von Sprachinseln, wo Idiome mit phonetischer, morphologischer, syntaktischer und lexikographischer Ähnlichkeit gesprochen werden. In den ladinischen Tälern der Provinz Bozen, Gadertal und Gröden, werden drei Sprachen gesprochen: man spricht Ladinisch, Deutsch und Italienisch. Im ganzen ladinischen Sprachgebiet finden sich noch vorlateinische (so genannte „rätische“) Ortsnamen, sowie einzelne Wörter, die aus vorrömischer Zeit stammen. Im Jahr 1989 wurde das Ladinische neben dem Italienischen und dem Deutschen als offizielle Amtssprache anerkannt. Die Wochenzeitung „LA USC DI LADINS“ herausgegeben von der UNIUN GENERELA DI LADINS DLA DOLOMITES, enthält Artikel in alle fünf Idiomen. Seit 1946 sendet der öffentilich rechtliche Rundfunk RAI von seinem Sitz in Bozen aus Höhrfunkprogamme in ladinischer Sprache. Die Ladiner pflegten über Jahrhunderte ausschließlich die mündliche Weitergabe ihres Erzählgutes. Die ersten ladinische Autoren sind Micurá de Rü und Janbatista Alton, der erste Dichter Angelo Trebo. Es kommt zunehmend zur Gründung von Vereinen und Organisation von kulturellen Veranstaltungen. Es beginnt die Bewusstseinsbildung der ladinischen Identität. Im Jahr 1957 wird die Uniun Generela di Ladins dla Dolomites mit Sitz in St. Ulrich gegründet. Es entwickelten sich neue poetische Schreibweisen und es fügte sich der Roman hinzu. Derzeit werden einige ladinische Schriftsteller und Poetän von bekannten Verlagsanstalten, in den Sprachen deutsch und ladinisch, veröffentlicht. In der Pflichtschule wird Ladinisch in unterschiedlichem Umfang als Unterrichtssprache in allen Schulstufen verwendet. Es wurden ein Wörterbuch und eine Grammatik veröffentlicht.
Das INSTITUT LADIN MICURÁ DE RÜ beschäftigt sich mit der Pflege der ladinischen Sprache und Kultur. Zu besuchen sind das MUSEO DL CIASTEL DE TOR in St. Martin und das MUSEO DL URSUS LADINICUS in St. Kassian.

bun dé             guten Tag
buna nöt          gute Nacht
incö                 heute
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dilan                danke
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LES DOLOMITES UND SEINE SAGEN
Das Sellamassiv thront im Herzen der Dolomiten. Der Name Dolomiten geht auf den französichen Geologen Déodat de Dolomieu (1750-1801) zurück, der erstmals das lokale Sedimentgestein untersuchte. Die Berge bestehen aus Dolomit, einem Karbonatgestein aus der Traiszeit, das sich aus Kalkgestein korallinen Ursprungs gebildet hat, sowie aus Vulkangestein. Die UNESCO erklährte die Dolomiten als natürliches Erbe der Menschlichkeit mit den Naturparks Fanes-Sennes-Braies und Puez-Odle. Das ladinische Dolomitengebiet erstreckt sich über 1300 km ca. und die Täler sind erreichbar über verschiedene Pässe. Um die Berge spinnen sich unzählige Sagen und Legenden, hier leben viele mythische Gestalten. In den ladinischen Sagen gibt es gutmütige und bösartige Naturgeister. Die Sagen wurden in mündlicher Überlieferung weitergegeben. Man erzählte über Figuren der Wälder, I SALVANS, LES GANES, über Könige und Prinzessinnen LAURIN, DOLASILLA, mit ihren Schlössern und über LES STRIES und I STRIUNS, die Unwetter und Unheil jeglicher Art hervorrufen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sammelte der Journalist und Schriftsteller Karl Felix Wolff, zum Teil aus mündlichen Quellen, die letzten Bruchstücke der Sagen aus dem Reich der Bleichen Berge in deutscher Sprache. Auch der Schriftsteller Tolkien wurde durch die Faszination dieser Berge inspiriert. Sein Buch „Herr der Ringe“ wurde zu einem Welterfolg.

 

SPUREN DER URZEIT
Die Existenz von dauerhaft bewohnten Siedlungen ist für verschiedene Epochen nachgewiesen: zu den bedeutendsten Plätzen zählt SOTCIASTEL, dessen Besiedlung auf die Bronzezeit zurückgeht. Diese kleine Gemeinschaft bestand aus Bauern und Hirten. Die Römer gaben den Stämmen in dieser Region die Sammelbezeichnung Räter. In die Zeit der Römerherrschaft fällt auch die Christianisierung der Alpen. Von Rom hängt auch das Bischofstum von Brixen ab. Das ganze Gadertal wurde dessen Besitz.

 

 

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